NEUE FOTO­GRA­FIE

Alles ist neu: natür­lich auch die Fotografie.

Wir möch­ten an die­ser Stel­le unse­rem neu­en Foto­gra­fen Paul Aidan Per­ry und unse­rer neu­en Foto­gra­fin Anna Boett­ke von Her­zen danken.

Es bedarf kei­ner wei­te­ren Worte:

Neue Fotografie Oliven
Neue Fotografie Oliven
Neue Fotografie Essen
Neue Fotografie Olivenöl

Plas­tik­frei­er Onlineshop

Qua­li­tät hat vie­le Facet­ten. Für uns bezieht sich das Ver­ständ­nis von Qua­li­tät aber nicht mehr nur auf das Inne­re son­dern auch auf das Äuße­re. Wir fra­gen uns immer mehr wie wir mit The­men wie Res­sour­cen, Nach­hal­tig­keit und der eige­nen Ver­ant­wor­tung in die­sen Berei­chen umge­hen wol­len. Und das bedeu­tet nicht, dass wir nicht schon ent­spre­chend gehan­delt hät­ten — aber „es ist immer Luft nach oben“. 

Mit der Ver­öf­fent­li­chung unse­rer neu­en Web­site und unse­res neu­en Online­shops war es uns ein drin­gen­des Bedürf­nis ein bestimm­tes The­ma kon­se­quent anzu­ge­hen: das Ver­mei­den von Plastik.

Plastikfreier versand

Wir sind nach­hal­tig scho­ckiert wie schwie­rig sich ein sol­ches Vor­ha­ben gestal­tet — wir muss­ten Produzenten*innen fin­den die unse­re Ver­sand­kar­to­na­gen ent­spre­chend her­stel­len und aus­schließ­lich recy­cel­te Mate­ria­li­en ver­wen­den, wir muss­ten mit unse­ren Logistikpartner*innen über ent­spre­chen­de Ver­si­che­run­gen und Haf­tungs­über­nah­men spre­chen und zu guter Letzt die eige­nen Pro­zes­se und Arbeits­ab­läu­fe so umstel­len, dass wir auf Plas­tik ver­zich­ten können.

Und was sol­len wir sagen: wir haben es geschafft.

Ihr Ein­kauf in
unse­rem Online­shop wird ab sofort
zu 100% ohne
die Ver­wen­dung von Plas­tik abgewickelt.

Plastikfreier versand

Wir haben unse­re Anstren­gun­gen nicht nur por­trai­tiert, son­dern auch zer­ti­fi­zie­ren las­sen. Wir sind sehr froh künf­tig mit Flus­tix zusammenzuarbeiten.

flustix siegel

Flus­tix hat sechs Ver­brau­cher-Sie­gel für Plas­tik­frei­heit & Kreis­lauf­wirt­schaft (Recy­cling) am Markt eta­bliert. Sie zeich­nen Pro­duk­te & Ver­pa­ckun­gen aller Bran­chen aus, wenn die­se die Kri­te­ri­en der Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­gram­me erfüllen. 

Und das tut unser Online­shop erfreulicherweise!

Plastikfreier versand
Plastikfreier versand

Aber über­zeu­gen Sie sich ger­ne selbst davon und bestel­len Sie OEL-Pro­duk­te Ihrer Wahl:

Ant­wor­ten auf Umfra­ge des letz­ten Journoels

An die­ser Stel­le möch­ten wir Ihnen zunächst erneut dan­ken: für die rege Teil­nah­me an unse­rer ers­ten Umfra­ge. Das hat uns sehr gehol­fen und vor allem auch bestätigt.

Wir möch­ten an die­ser Stel­le die Gele­gen­heit nut­zen, um auf Ihre Mei­nun­gen zu reagieren:

JournOel Fragebogen

Dazu bleibt uns nur zu sagen: Klas­se. Wir machen im Gro­ben wei­ter wie bis­her. Vie­len Dank.

Sie sag­ten uns, dass das die The­men sind, über die Sie mehr erfah­ren möchten:

‘‘Noch mehr zur Ern­te und was sonst so vor Ort passiert.’’

Wir beschrei­ben auf unse­rer neu­en Web­site im Kapi­tel Unser OEL so aus­führ­lich wie mög­lich wie ein klas­si­scher Erntetag abläuft. Man darf sich den gan­zen Ern­te­zeit­raum als stän­di­ge Wie­der­ho­lung die­ses Tages­ab­lau­fes vorstellen.

Doch wir möch­ten es nicht dabei belas­sen: für die kom­men­de Ern­te pla­nen wir nicht nur die all­jähr­li­che Foto­gra­fie ein, son­dern auch ein groß ange­leg­tes Filmprojekt.

Sie dür­fen gespannt blei­ben und uns ger­ne auch auf Insta­gram- und Pin­te­rest fol­gen. Über die­se Kanä­le haben wir zusätz­li­chen Raum um unse­re gesam­mel­te Foto­gra­fie ent­spre­chend darzustellen.

‘‘Koope­ra­ti­on mit euren Lie­fe­ran­ten und Kunden.’’

Das betrifft vor allem die Pro­duk­ti­ons­struk­tu­ren in Grie­chen­land und wird im Zuge der neu­en Ern­te­fo­to­gra­fie und des Film­pro­jekts mit bedacht.

‘‘Wie kön­nen Kun­den Euch unter­stüt­zen, OEL in die Rega­le zu beför­dern? Gibt es Info­ma­te­ri­al, das wir in die Läden brin­gen können?’’

Jede Unter­stüt­zung hilft!

Wann immer Sie eine Mög­lich­keit sehen OEL ins Gespräch zu brin­gen, wer­den wir Sie dabei dan­kend unter­stüt­zen. Wir sen­den auf Nach­fra­ge hin lie­bend ger­ne Ver­kos­tungs­mus­ter und ent­spre­chen­des Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al in gedruck­ter oder digi­ta­ler Form zu.

‘‘Nach­hal­tig­keit. Bemü­hun­gen um Bio-Anbau, Müll­ver­mei­dung, Recy­cling. Non-Pro­fit Unterstützung.’’

Wir haben unse­ren Bemü­hun­gen in punc­to Nach­hal­tig­keit ein eige­nes Kapi­tel auf unse­rer neu­en Web­site gewid­met. Es ist ange­legt als eine Art Mate­ri­al-Glos­sar und wird ste­tig von uns erwei­tert -> „Luft nach oben“ ist immer.

‘‘Jou­er­nO­EL ist gut, so wie es ist!’’

Dan­ke!

“Z.B. über gesund­heit­li­che Vor­zü­ge des Oli­ven­öls. — Wer­den die Oli­ven grün, also unreif geern­tet und was bedeu­tet das für den Poly­phe­nol­ge­halt im Ver­gleich zu rei­fe­ren Früchten?’’

Wir haben dem The­ma Gesund­heit und Oli­ven­öl eben­falls ein eige­nes Kapi­tel auf unse­rer neu­en Web­site gewidmet:

Zu der Teil­fra­ge: ja eine Frü­h­ern­te kor­re­liert unmit­tel­bar mit einem höhe­ren Poly­phe­nol­ge­halt. Eben die­sen stel­len wir auch in Form unse­rer Ana­ly­sen zur Ver­fü­gung.

JournOel Fragebogen

Gera­de der oran­ge­far­be­ne Bereich bringt uns direkt ins nächs­te Kapitel…

Jour­nO­EL V

Lie­be Abon­nen­tin­nen, lie­be Abonnenten,

Wir dür­fen mit die­sen ein­lei­ten­den Wor­ten die Türen zu unse­rem Jour­no­el V. auf­sto­ßen und Sie herz­lichst will­kom­men heißen.

Will­kom­men im immer grö­ßer wer­den­den Kreis der treu­en Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zer von OEL.

Sie haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren unse­re Ent­wick­lung mit­ver­fol­gen kön­nen und teil­wei­se auch mit durch­le­ben müs­sen. Denn Wachs­tum und Ent­wick­lung sind zwei­schnei­di­ge Schwer­ter und zu glei­chen Tei­len mit Chan­cen und Risi­ken verbunden. 

Und über besag­te Risi­ken sind wir das eine oder ande­re Mal gestol­pert — beson­ders im Bereich unse­rer Web­site und des Online­shops. Wir haben uns in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so sehr in den Aus­bau unse­res mitt­ler­wei­le welt­wei­ten Han­dels­netz­werks gekniet, dass wir den direk­ten Kon­takt über z.B. unse­ren Online­shop ver­nach­läs­sigt haben. Das geben wir fern­ab jed­we­der Eitel­kei­ten zu und möch­ten uns für Ihr Ver­ständ­nis, Ihre Nach­sicht und Ihre Geduld bedan­ken. Wir möch­ten Sie wis­sen las­sen, dass wir stets bemüht waren im Rah­men unse­rer eige­nen Mög­lich­kei­ten einen größt­mög­li­chen Ser­vice zu bieten.

Wir haben nun begrif­fen, dass der „Rah­men unse­rer eige­nen Mög­lich­kei­ten“ die ent­schei­den­de Stell­schrau­be war, an der es ent­spre­chend zu dre­hen galt. Wir kön­nen nicht alles selbst machen und auch Ideen und Vor­stel­lun­gen soll­ten nicht unbe­dingt immer nur zwi­schen uns zir­ku­lie­ren. Gesagt und getan: wir wol­len die Pro­fes­sio­na­li­sie­rung unse­res täg­li­chen Schaf­fens und haben uns dafür nach außen geöff­net. Es ist nun nicht mehr der Rah­men der eige­nen Mög­lich­kei­ten, son­dern der Rah­men der gemein­sa­men Möglichkeiten. 

Reset Button

Tas­te­ry

In den ver­gan­gen fünf Jah­ren haben wir zwar schon eini­ge Zei­len, Sei­ten und Über­schrif­ten mit unse­rem Schaf­fen fül­len dür­fen, doch nie waren wir so ange­tan von dem Ergeb­nis. Das nun fol­gen­de Inter­view hät­te — obwohl fest ver­ab­re­det — unpas­sen­der nicht kom­men und uns gleich­zei­tig nicht mehr über uns selbst zu ver­ste­hen geben können. 

Als wir nun eini­ge Zeit spä­ter die Ver­öf­fent­li­chung die­ses beson­de­ren Inter­views zu lesen bekom­men haben, fass­ten wir schnell den Ent­schluss, dar­aus den Beginn einer fes­ten Rubrik unse­res vier­tel­jähr­li­chen Jour­no­els zu machen. Dabei trieb uns weni­ger eine, nun leicht nach­sag­ba­re, Eitel­keit, son­dern mehr die Über­zeu­gung, dass wir durch die Bli­cke ande­rer auf uns und unser Schaf­fen immer auch eine wun­der­ba­re Rück­be­sin­nung erfah­ren können. 

Aber nun genug der Wor­te von unse­rer Sei­te. Lesen Sie bit­te selbst von unse­rer Begeg­nung mit Gaby und Pia von „Tas­te­ry“: 

https://​tas​te​ry​.de/​2​0​2​0​/​1​1​/​b​i​o​-​o​e​l​-​b​erlin/

 

Gast­bei­trag zum The­ma Ernte

Der Dress­code ist leger, irgend­wo zwi­schen Cow­boy und Flie­sen­le­ger. Treff­punkt 5:30 Uhr Ber­lin-Schö­ne­feld, bit­te nicht zu viel Gepäck mit­brin­gen, wird eh alles dre­ckig, außer­dem haben wir drei Taschen Fil­me­quip­ment dabei, das passt nicht alles unter Simo­nes Sitz. Am Gate erst eimal zwei Run­den dop­pel­ter Espresso.

Obwohl ich mit den Jungs von OEL schon lan­ge befreun­det bin und schon vie­le Geschich­ten aus vori­gen Ern­ten ken­ne, habe ich eigent­lich kei­ne Ahnung was mich erwar­tet. Es ist Anfang Dezem­ber 2019, das ers­te Jahr in dem end­lich mal nichts dazwi­schen gekom­men ist, das erst mal, dass ich dabei sein kann, bei die­sem selt­sa­men Event, das kei­ner so rich­tig ein­ord­nen kann. Vor der Ern­te, als die Rund­mail an Freun­de und Bekann­te raus­ging, in der um drauf­gän­ge­ri­sche Rauf­bol­de (sie nen­nen es Ern­te­hel­fer) gewor­ben wur­de, hieß es, es sei eine wun­der­schö­ne Abwechs­lung, raus aus der Stadt, fri­scher Wind, die pelo­pon­ne­si­sche Son­ne, von dem Hügel aus kann man das Meer sehen, sag­ten sie, qua­si Urlaub. Wenn die Oli­ven­ern­te so idyl­lisch und erhol­sam ist, war­um sehe ich die Jungs dann danach immer tage­lang gebückt lau­fen, mit Krat­zern und Bla­sen an den Hän­den und Mus­kel­ka­ter in den Armen? Und war­um fah­ren sie jedes Jahr wie­der hin? Oli­ven zu ern­ten ist eine Hei­den­pla­cke­rei, das kann ich schon mal vorwegnehmen. 

Von Athen aus fah­ren wir mit dem Auto nach Kala­ma­ta und dann gleich wei­ter zu Ama­de­us’ Oma, ihre Bäu­me müs­sen zuerst geern­tet wer­den. Es sind fast zwan­zig Grad, kei­ne Wol­ke am Him­mel, die Son­ne schim­mert durch die Blät­ter, der Boden ist fel­sig und hel­ler als zu Hau­se. Auf einem Sack Oli­ven sitzt Ama­de­us’ Opa und macht eine Pau­se, die Oma diri­giert, trägt Geäst von links nach rechts, sagt etwas zu mir auf Grie­chisch, das ich nicht ver­ste­he, aber es muss wohl irgend­wie da lang gehen, sie schiebt mich zu Ama­de­us, der mit einer Motor­sä­ge im Baum sitzt.

Sie sag­ten es sei eine wun­der­schö­ne Abwechs­lung, raus aus der Stadt, fri­scher Wind, die pelo­pon­ne­si­sche Son­ne, von dem Hügel aus kann man das Meer sehen, sag­ten sie, qua­si Urlaub.

Ich krie­ge eine Har­ke in die Hand gedrückt und es geht los, ein­fach drauf­hau­en, mög­lichst wenig Blatt­werk beschä­di­gen, aber die Oli­ven müs­sen ab. Eigent­lich ein­fach. Aber die­se Bewe­gung ist neu für mei­ne Arme, sie wun­dern sich über den Win­kel, aber gewöh­nen sich schein­bar dran. Es geht schnel­ler als erwar­tet. Aus einem Kof­fer­raum her­aus essen wir Ein­topf, von dem mir nicht ganz klar ist, wer ihn gekocht hat. Dann geht es zum Häus­chen vom Onkel eines Onkels, der Unter­kunft der Ern­te­hel­fer, kurz das Gepäck able­gen und noch schnell einen Abste­cher zu den eige­nen Bäu­men, oben auf dem Hügel. Der Aus­blick ist umwer­fend, über unzäh­li­ge Oli­ven­hai­ne hin­weg erken­ne ich sand­far­be­ne Klip­pen. Und als ich die Fla­sche Tsi­pou­ro auf dem Auto­dach zur Sei­te schie­be, kann ich tat­säch­lich das Meer sehen, viel blau­er als auf den Fotos. Abends essen wir in Kala­ma­ta. In der Taver­ne kennt man uns, sogar mich, Ern­te­hel­fer sind hier alle gleich. Ama­de­us grüßt den Besit­zer, es ist wohl alles aus­ge­macht, immer mehr Gerich­te kom­men auf den Tisch, eines lecke­rer als das ande­re, dazu Wein und Was­ser. Im Haus des Onkels schla­fe ich ein, bevor ich Mus­kel­ka­ter sagen kann. 

Am nächs­ten Mor­gen, bei Son­nen­auf­gang, wer­den alle mei­ne Befürch­tun­gen über­trof­fen und ich schaf­fe es gera­de so auf den Rück­sitz des Autos. Das geht jetzt fünf Tage so wei­ter, von Son­nen­auf- bis Son­nen­un­ter­gang, höre ich eine Stim­me sagen, war es mei­ne? Marc, hast du was gesagt? Nein? Ich zie­he in Erwä­gung, mich aus dem fah­ren­den Auto zu wer­fen. Wenn ich es über­le­be, kann ich viel­leicht irgend­wo hier unter­tau­chen, die Win­ter sind mild und die Men­schen nett, zur Not ernäh­re ich mich von rohen Oli­ven. Aber nein, ich will nicht knei­fen. Und den Gesich­tern der ande­ren kann ich able­sen, dass es ihnen min­des­tens genau so geht wie mir, viel­leicht schlech­ter. Marc sagt: Man muss jedes Mal wie­der auf’s Neue rein­kom­men, aber irgend­wann wird es bes­ser. Und er hat Recht. Wir prü­geln die Bäu­me, als wenn’s kein Mor­gen gäbe, wir lachen gemein­sam und wei­nen heim­lich, mit­tags sit­zen wir in den Ast­ga­beln und rau­chen Kare­li­as. Grie­chen­land ist ein atem­be­rau­ben­des Land. Ich schwö­re mir, alles so ein­zu­rich­ten, dass ich jedes Jahr dabei sein kann. Ich wer­de zum Aktivoellauber.

Ich hat­te gehofft, dass ein paar Mus­keln übrig blei­ben würden.

Und dann kam die Pan­de­mie und die zeit­na­he Erkennt­nis, dass die Ern­te im Jahr 2020 nicht statt­fin­den wird. Und mei­ne Kon­di­ti­on für 2021 schät­ze ich in Anbe­tracht zwei­er Lock­downs und dem vie­len Bild­schirm­star­ren als eher schlech­ter ein. Ich hat­te gehofft, dass ein paar Mus­keln übrig blei­ben wür­den. Aber auch da baut mich der Gedan­ke dar­an auf, dass es wohl uns allen so geht und wir kom­men­den Win­ter hof­fent­lich wie­der gemein­sam ackern, lei­den, lachen und an die­sem wun­der­schö­nen Ort mit all den wun­der­ba­ren Men­schen die­se ver­fluch­ten Oli­ven von den Bäu­men in die Müh­le beför­dern. Bis dahin müs­sen wir uns mit dem OEL aus den Kanis­tern zufrie­den geben, das schont wenigs­tens die Arme. 

Neue Ern­te

Wie soll man die­ses oder auch ande­re Kapi­tel des Jour­no­els ein­lei­ten ohne sich an For­mu­lie­run­gen wie „eigent­lich“, „nor­ma­ler­wei­se“ oder „unter die­sen Umstän­den“ zu bedie­nen und damit unwei­ger­lich das The­ma Coro­na-Pan­de­mie zu tan­gie­ren? Es scheint unmög­lich. Wir emp­fin­den das Umkur­ven des The­mas „Coro­na“ mitt­ler­wei­le als anstren­gen­der, als die eigent­li­che Pan­de­mie. Und doch machen wir uns die Mühe des Umkur­vens, denn wir wol­len mit unse­rem Jour­no­el für will­kom­me­ne Ablen­kung sor­gen. Und da spielt uns die nächs­te Ankün­di­gung direkt in die Karten: 

Unse­re neue Ern­te ist nach lan­gem War­ten end­lich ein­ge­trof­fen. Sie füllt bereits unse­re Lager und bald auch die Lager all unse­rer Part­ner. Wir kön­nen vol­ler Stolz behaup­ten ein hoch­qua­li­ta­ti­ves OEL geern­tet und pro­du­ziert zu haben — und das „unter die­sen Umstän­den“. Die For­mu­lie­rung ließ sich an die­ser Stel­le wahr­lich nicht vermeiden. 

Die jähr­li­che Ern­te ist für uns die will­kom­me­ne Flucht vor unse­ren Schreib­ti­schen. Sie ist der Moment im Jahr, wo wir Kugel­schrei­ber und gute Manie­ren gegen Gum­mi­stie­fel und „Mythos“ tau­schen. Die Ern­te bedeu­tet, dass wild zusam­men­ge­wür­fel­te Men­schen sich eine Block­hüt­te tei­len, Abend für Abend die gemein­sam ver­rich­te­te Arbeit und sich selbst abfül­len und zu guter Letzt ein­fach mal Mensch sind. Natür­lich immer im Ein­klang mit der Natur. 

Da wir im Dezem­ber das ers­te Mal auf die­ses Erleb­nis ver­zich­ten und die kom­plet­te Ver­ant­wor­tung in die hel­fen­den Hän­de vor Ort legen muss­ten, war uns schnell klar, dass wir nun als tra­gischs­te Kon­se­quenz der Umstän­de mit kei­nen kra­chen­den Ern­te-Geschich­ten auf­war­ten kön­nen. Geschwei­ge denn von ihnen zeh­ren kön­nen. Um die­ses Defi­zit zu kom­pen­sie­ren, baten wir unse­ren wort­ge­wand­tes­ten Weg­be­glei­ter — Jacko — das Erleb­nis Ern­te in eige­ne Wort zu ver­pa­cken und für die­ses Jour­no­el zur Ver­fü­gung zu stel­len. Unse­re Kon­takt­auf­nah­me zu ihm begann mit der vor­sich­ti­gen Nach­fra­ge, ob er sich noch an den einen 168 stün­di­gen Tag in 2019 mit dem vie­len Schnaps und den schö­nen Bäu­men erin­nern kön­ne. Erfreu­li­cher- und über­ra­schen­der­wei­se tat er das noch. Und zwar genauestens.

Wir emp­feh­len wärms­tens den nun fol­gen­den Gast­bei­trag zu lesen, denn Jacko wird mit ziem­lich gro­ßer Wahr­schein­lich­keit berühmt und wir wären somit alle Zeu­gen eines sei­ner frü­hen Werke… 

Das Vogel­ster­ben

Das jähr­li­che mil­lio­nen­fa­che Ster­ben hun­der­ter Sing­vo­gel­ar­ten wäh­rend der Oli­ven­ern­te ist spür­bar stär­ker in das Zen­trum der öffent­li­chen Wahr­neh­mung gerückt. Wie für sicher­lich vie­le von Ihnen war es auch für uns eine nahe­zu unbe­kann­te The­ma­tik. Zu groß ist unser geo­gra­fi­scher, wie auch inhalt­li­cher Abstand zu die­sen Ereignissen. 

Vie­le Kun­den, Part­ner, Freun­de und Ver­wand­te haben uns in den ver­gan­ge­nen Mona­ten auf unzäh­li­ge Bericht­erstat­tun­gen hin­ge­wie­sen, uns um Rat gebe­ten oder gar Garan­tien von uns ein­ge­for­dert, dass wir und damit unser OEL nicht Teil die­ser The­ma­tik sind. Wäh­rend unse­ren Recher­chen zu die­sem, bewusst als ers­tes Kapi­tel die­ses Jour­no­el gewähl­ten, The­ma haben wir fest­stel­len müs­sen wie viel­schich­tig es ist — ent­spre­chend schwie­rig gestal­tet sich eine Ana­ly­se. Wir wagen einen Versuch: 

Oli­ven­baum als Lebensraum 

Oli­ven­hai­ne gel­ten als wah­re Oasen der Bio­di­ver­si­tät in den sonst so kar­gen land­wirt­schaft­li­chen Mono­kul­tur-Wüs­ten. Füh­ren­de For­scher süd­eu­ro­päi­scher Uni­ver­si­tä­ten bemü­hen sich seit Jahr­zehn­ten um eine fun­dier­te Bestands­auf­nah­me, um einen gesetz­li­chen Schutz eben die­ser Oasen und deren nach­hal­ti­ger Bewirt­schaf­tun­gen zu errei­chen. Fakt ist bereits, dass hun­der­te euro­päi­sche Vogel­ar­ten Oli­ven­hai­ne als Rück­zugs­ort nut­zen. Zu erklä­ren ist dies durch die Tat­sa­che, dass ursprüng­li­che Oli­ven­hai­ne tau­sen­de blü­hen­de Wild­kräu­ter behei­ma­ten und damit eine star­ke Anzie­hung für bestäu­ben­de Insek­ten haben — die wie­der­um eine opti­ma­le Nah­rungs­quel­le für die Vogel­ar­ten bil­den. Mit die­ser Ver­ket­tung von Bedin­gun­gen gehö­ren Oli­ven­hai­ne zu den wich­tigs­ten Kul­tur­land­schaf­ten für den Schutz der süd­eu­ro­päi­schen Biodiversität. 

Spa­ni­en — der größ­te Pro­du­zent der Welt 

Spa­ni­en ist mit rund 300 Mil­lio­nen Oli­ven­bäu­men und einer Jah­res­pro­duk­ti­on von rund 1,79 Mil­lio­nen Ton­nen Oli­ven­öl ( Stand 201819 ) der welt­weit größ­te Pro­du­zent von Oli­ven­ölen und soll­te, wenn man die eben aus­ge­führ­te Fak­ten­la­ge bedenkt, das reins­te öko­lo­gi­sche Para­dies sein. Die Rea­li­tät zeich­net jedoch ein völ­lig ande­res Bild. 

In Spa­ni­en wer­den seit Jahr­zehn­ten Oli­ven­hai­ne im Sti­le der indus­tria­li­sier­ten Land­wirt­schaft kul­ti­viert. Das heißt, dass Oli­ven­bäu­me zur opti­ma­len Nut­zung der begrenz­ten Flä­chen dicht in Reih und Glied gepflanzt wer­den und zur Ermög­li­chung einer voll­au­to­ma­ti­sier­ten kos­ten­spa­ren­den Ern­te, durch geziel­tes regel­mä­ßi­ges Trim­men auf Busch­grö­ße redu­ziert wer­den. Selbst die geschul­tes­ten Augen müs­sen bei dem Anblick die­ser Hai­ne mehr­mals hin­se­hen, um in die­sen iden­ti­schen Alle­en Ansät­ze der eigent­li­chen Pracht, Kraft und Stär­ke der immer ver­schie­den wach­sen­den Oli­ven­bäu­me zu erahnen. 

“Blu­ti­ges Olivenöl” 

Zwi­schen Sep­tem­ber und Novem­ber machen Mil­lio­nen euro­päi­scher Zug­vö­gel in Süd­eu­ro­pa einen Zwi­schen­halt oder las­sen sich gar nie­der um zu Über­win­tern. Zu die­ser Zeit des Jah­res steht eben­falls die Oli­ven­ern­te an. Auf Grund von Effi­zi­enz­stre­ben, Wett­be­wer­ben, Zeit­druck, fal­len­den Prei­sen und immenser Kos­ten ent­schei­den sich vie­le Bau­ern für einen super­in­ten­si­ven Anbau und einen anschlie­ßen­den voll­ma­schi­nel­len Abbau der Oli­ven. Bewerk­stel­ligt wird solch ein voll­ma­schi­nel­ler Abbau u.a. durch soge­nann­te Stelzentraktoren. 

Bei der Oli­ven­ern­te rich­tet sich alles nach dem Rei­fe­grad der Oli­ven und damit nach dem opti­ma­len Geschmack des Oli­ven­öls. Beson­ders unter den indus­tri­ell ver­ar­bei­ten­den spa­ni­schen Bau­ern hat sich die Ansicht ver­brei­tet, dass die ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren der Nacht einen opti­ma­len Geschmack des Oli­ven­öls begüns­ti­gen. Und so geschieht es fata­ler­wei­se, dass die rie­si­gen Stel­zen­trak­to­ren sich nachts durch die Alle­en der Oli­ven­hai­ne arbei­ten, mit ihren Schein­wer­fern die, in den Bäu­men nis­ten­den, Zug­vö­gel par­al­le­li­sie­ren und läh­men und die Zug­vö­gel schluss­end­lich mit den Oli­ven zusam­men aus dem Baum gesaugt werden. 

Dank der Stel­zen­trak­to­ren kann auf die kos­ten­in­ten­si­ve mensch­li­che Arbeit ver­zich­tet wer­den und ein betriebs­wirt­schaft­lich ren­ta­bles Oli­ven­öl erzeugt wer­den. Zum Leid­we­sen der Mil­lio­nen Zugvögel. 

Ver­ant­wor­tung 

Wer ist für solch eine Pro­ble­ma­tik ver­ant­wort­lich? Sind es die Bau­ern mit ihren Maschi­nen? Sind es die vor allem deut­schen Dis­coun­ter, die ihren Wett­be­werb unter­ein­an­der auf den Schul­tern der Pro­du­zen­ten las­ten las­sen? Sind es die Geset­ze? Oder sind es die Zug­vö­gel selbst? Sie könn­ten sich auch schlicht­weg in einen ande­ren Baum setzen. 

Wir sind der Mei­nung, dass es auf jeden Fall nicht die Zug­vö­gel sind. Die Geset­ze der Euro­päi­schen Uni­on las­sen einen zu gro­ßen Inter­pre­ta­ti­ons­raum zu, sodass selbst in der bio­lo­gisch zer­ti­fi­zier­ten Ver­ar­bei­tung Maschi­nen, wie der beschrie­be­ne Stel­zen­trak­tor, erlaubt sind. Die vor allem deut­schen Dis­coun­ter tra­gen ihre Feh­den auf den Rücken der Pro­du­zen­ten aus und ver­der­ben mit den 0,..-Preisen das Bewusst­sein der Men­schen im Bezug auf rea­lis­ti­sche Pro­dukt­prei­se. Zusätz­lich sorgt der anhal­ten­de “Bio-Boom”dafür, dass selbst im Bio­fach­han­del das kol­lek­ti­ve Preis­ge­drü­cke zur gän­gi­gen Pra­xis wird. > BIO < wur­de vor etli­chen Jahr­zehn­ten ins Leben geru­fen um mit der Natur zu leben, den Erhalt der klein­tei­li­gen Land­wirt­schaft zu gewähr­leis­ten und um mit fai­ren Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen für eine aus­ge­gli­che­ne und ver­trau­ens­vol­le Bezie­hung zwi­schen Pro­du­zent und Kon­su­ment zu sorgen. 

Aber um nicht abzu­schwei­fen: für uns ist ein jeder von uns ver­ant­wort­lich dafür, was jedes Jahr mit den Zug­vö­geln in Süd­eu­ro­pa geschieht. Wir ent­schei­den mit unse­rem Kauf­ver­hal­ten wie wir uns zu sol­chen Pro­ble­ma­ti­ken positionieren. 

Fazit: Nicht nur reden son­dern auch machen. Und das geht, bezo­gen auf die Ret­tung von hun­der­ten Sing­vo­gel­po­pu­la­tio­nen, wie folgt: 

https://www.change.org/p/deoleo-ein-ende-für-den-millionenfachen-vogelmord-durch-die-olivenernte

Denn allein ein Gesetz, dass es ver­bie­tet nachts zu ern­ten, wür­de hel­fen! Die Vögel könn­ten so die Gefahr früh­zei­tig erken­nen und wür­den flie­hen und damit überleben. 

Quel­len: 

I. https://​www​.arte​fakt​.eu/​w​i​s​s​e​n​/​o​l​i​v​e​n​o​e​l​b​e​t​r​u​g​-​v​o​g​e​l​s​t​e​r​b​e​n​-​u​n​d​-​d​a​s​-​v​o​r​h​a​b​e​n​-​v​o​n​-aldi/
II. https://​www​.focus​.de/​w​i​s​s​e​n​/​e​r​n​t​e​-​i​n​-​d​e​r​-​n​a​c​h​t​-​m​i​l​l​i​o​n​e​n​-​v​o​e​g​e​l​-​s​t​e​r​b​e​n​-​d​a​m​i​t​-​u​n​s​e​r​e​-​o​liven- besonders-gut-schmecken_id_10781569.html
III. https://​www​.bau​ern​zei​tung​.ch/​a​r​t​i​k​e​l​/​v​o​g​e​l​s​t​e​r​b​e​n​-​f​u​e​r​-​oliven
IV. https://​www​.oelea​.de/​b​l​o​g​/​s​t​o​p​p​t​-​d​i​e​-​o​l​i​v​e​n​e​r​n​t​e​-​b​e​i​-nacht
V. https://www.change.org/p/deoleo-ein-ende-für-den-millionenfachen-vogelmord-durch-die- oli­ven­ern­te
VI. https://www.stern.de/panorama/wissen/olivenoel—warum-millionen-singvoegel-fuer-unser- oel-sterben-muessen-8735660.html
VII. https://​ethik​gui​de​.org/​b​l​o​g​/​d​e​r​-​b​e​i​g​e​s​c​h​m​a​c​k​-​d​e​s​-​t​o​d​e​s​-​v​o​g​e​l​s​t​e​r​b​e​n​-​f​u​e​r​-​d​i​e​-​o​l​i​v​e​n​ernte/
VIII. https://​www​.tr​-ada​.ch/​k​a​t​e​g​o​r​i​e​n​/​k​o​n​s​u​m​/​1​8​7​-​a​m​-​o​l​i​v​e​n​o​e​l​-​k​l​e​b​t​-​v​o​g​elblut 

Johan­nes Paet­zold bei der Ernte

“Wenn Musik der See­le Nah­rung ist, spielt wei­ter! Gebt mir vol­les Maß!” 

Die­ses Zitat Shake­speares lebt Johan­nes Paet­zold als Restau­rant­kri­ti­ker, Foo­die, Pod­cas­ter, Autor von Musik­sen­dun­gen bei Radio Eins und MDR Kul­tur jeden Tag auf’s Neue! Um die­se Ein­stel­lung auch non­ver­bal zu kom­mu­ni­zie­ren trägt er die­ses Zitat oben­drein auf sei­nem Oberarm. 

Sei­ne zwei Lei­den­schaf­ten, Musik und Essen, trie­ben ihn vor Jah­ren direkt in unse­re Arme und Her­zen. So kam es, dass Johan­nes unse­re Ern­te beglei­te­te und por­trai­tier­te. Aus sei­ner Arbeit ent­stan­den zahl­rei­che lesens- und hörens­wer­te Bei­trä­ge in der deut­schen Pres­se und im Rundfunk. 

Sein ganz per­sön­li­ches Ern­te­er­leb­nis, als will­kom­me­ne Abwechs­lung zu Gesprä­chen mit Musi­kern über ihr Lieb­lings­ge­richt und Inter­views mit Köchen über den Sound­track ihrer Küchen­phi­lo­so­phie, kön­nen Sie nun in Form die­ses wun­der­ba­ren Pod­casts hier hören: 

Tree of OEL

Ter­rence Malick, gebo­ren am 30.11.1943 in Otta­wa, Illi­nois, ist ein ame­ri­ka­ni­scher Dreh­buch­au­tor, Regis­seur, Film­pro­du­zent und vor allem stu­dier­ter Phi­lo­soph. Malick gilt trotz unzäh­li­ger Aus­zeich­nun­gen nicht als Teil der Hoch­glanz­film­welt. Viel mehr gilt er als Außen­sei­ter. Als jemand der sich Hei­deg­ger-Über­set­zun­gen ver­schrie­ben hat und sich gänz­lich den gän­gi­gen Kon­ven­tio­nen des Erzähl­ki­nos in Stan­dard­län­ge verweigert. 

Sein Werk “The Tree of Life” aus dem Jah­re 2011 wur­de nicht nur mit meh­re­ren Oscar- Nomi­nie­run­gen und dem Gewinn der “Gol­de­nen Pal­me” der Inter­na­tio­na­len Film­fest­spie­le von Can­nes gewür­digt, son­dern wird seit­her welt­weit bewun­dert. So auch von uns. 

Rund um die gro­ßen Begrif­fe Erzie­hung, Erfah­run­gen, Ver­su­chung, Scham, Schuld, Natur und Kon­fron­ta­ti­on mit der eige­nen Ver­gäng­lich­keit, erzählt Malick die Lebens­ge­schich­te eines Man­nes quer durch Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart. Sein immer gleich blei­ben­der Weg­be­glei­ter ist die Fra­ge nach dem Sinn des Lebens. 

Eine Fra­ge die sich wohl jeder min­des­tens ein­mal gestellt hat und auch wie­der stel­len wird. So auch wir. OEL ist ver­mut­lich unse­re Ant­wort an uns selbst, auf eben die­se Frage.

Wir haben uns wäh­rend der ver­gan­ge­nen Ern­te mit unse­rem Film “Tree of OEL” eine Anleh­nung an Malick’s Werk erlaubt. 

Im beschei­de­nen Rah­men unse­rer Mög­lich­kei­ten haben wir “Tree of OEL” fer­tig pro­du­ziert und zei­gen ihn hier­mit erstmalig. 

Film ab:

YouTube

Mit dem Laden des Vide­os akzep­tie­ren Sie die Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.
Mehr erfah­ren

Video laden