Neue Ern­te

Wie soll man die­ses oder auch ande­re Kapi­tel des Jour­no­els ein­lei­ten ohne sich an For­mu­lie­run­gen wie „eigent­lich“, „nor­ma­ler­wei­se“ oder „unter die­sen Umstän­den“ zu bedie­nen und damit unwei­ger­lich das The­ma Coro­na-Pan­de­mie zu tan­gie­ren? Es scheint unmög­lich. Wir emp­fin­den das Umkur­ven des The­mas „Coro­na“ mitt­ler­wei­le als anstren­gen­der, als die eigent­li­che Pan­de­mie. Und doch machen wir uns die Mühe des Umkur­vens, denn wir wol­len mit unse­rem Jour­no­el für will­kom­me­ne Ablen­kung sor­gen. Und da spielt uns die nächs­te Ankün­di­gung direkt in die Karten: 

Unse­re neue Ern­te ist nach lan­gem War­ten end­lich ein­ge­trof­fen. Sie füllt bereits unse­re Lager und bald auch die Lager all unse­rer Part­ner. Wir kön­nen vol­ler Stolz behaup­ten ein hoch­qua­li­ta­ti­ves OEL geern­tet und pro­du­ziert zu haben — und das „unter die­sen Umstän­den“. Die For­mu­lie­rung ließ sich an die­ser Stel­le wahr­lich nicht vermeiden. 

Die jähr­li­che Ern­te ist für uns die will­kom­me­ne Flucht vor unse­ren Schreib­ti­schen. Sie ist der Moment im Jahr, wo wir Kugel­schrei­ber und gute Manie­ren gegen Gum­mi­stie­fel und „Mythos“ tau­schen. Die Ern­te bedeu­tet, dass wild zusam­men­ge­wür­fel­te Men­schen sich eine Block­hüt­te tei­len, Abend für Abend die gemein­sam ver­rich­te­te Arbeit und sich selbst abfül­len und zu guter Letzt ein­fach mal Mensch sind. Natür­lich immer im Ein­klang mit der Natur. 

Da wir im Dezem­ber das ers­te Mal auf die­ses Erleb­nis ver­zich­ten und die kom­plet­te Ver­ant­wor­tung in die hel­fen­den Hän­de vor Ort legen muss­ten, war uns schnell klar, dass wir nun als tra­gischs­te Kon­se­quenz der Umstän­de mit kei­nen kra­chen­den Ern­te-Geschich­ten auf­war­ten kön­nen. Geschwei­ge denn von ihnen zeh­ren kön­nen. Um die­ses Defi­zit zu kom­pen­sie­ren, baten wir unse­ren wort­ge­wand­tes­ten Weg­be­glei­ter — Jacko — das Erleb­nis Ern­te in eige­ne Wort zu ver­pa­cken und für die­ses Jour­no­el zur Ver­fü­gung zu stel­len. Unse­re Kon­takt­auf­nah­me zu ihm begann mit der vor­sich­ti­gen Nach­fra­ge, ob er sich noch an den einen 168 stün­di­gen Tag in 2019 mit dem vie­len Schnaps und den schö­nen Bäu­men erin­nern kön­ne. Erfreu­li­cher- und über­ra­schen­der­wei­se tat er das noch. Und zwar genauestens.

Wir emp­feh­len wärms­tens den nun fol­gen­den Gast­bei­trag zu lesen, denn Jacko wird mit ziem­lich gro­ßer Wahr­schein­lich­keit berühmt und wir wären somit alle Zeu­gen eines sei­ner frü­hen Werke… 

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