Die Olivenernte Damals und Heute

OEL widmet sich seit 2015 verantwortungsvoll der Erzeugung und Vermarktung eines der ältesten landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Menschheit. Oliven werden seit 4000 v. Chr. kultiviert und zu Olivenöl verarbeitet.

Historische Funde auf Kreta belegen dies eindrucksvoll. Diese Funde auf Kreta machen deutlich, dass den Bauern der damaligen Zeit ein besonderer Respekt gezollt werden muss, denn sie waren die Ersten, die sich die schweißtreibende Mühe gemacht haben, wilde Olivenbäume zu kultivieren und zu Hainen zu pflanzen.

Heutzutage werden laut Schätzungen über 1000 bekannte Olivensorten zur Herstellung von Olivenöl und Speiseoliven kultiviert. Rund um den Erdball verteilt werden mittlerweile 8,6 Millionen Hektar Nutzfläche für Oliven und die Olivenernte beansprucht. Für die weltweite Herstellung von Olivenölen aller Art werden jährlich ca. 17,3 Millionen Tonnen Oliven in über 30 Ländern zum jeweiligen Erntezeitpunkt verarbeitet.

oliven_ernte_griechenland

Die Marke “OEL” steht für einhundert Prozent reines und selbsterzeugtes natives Bio-Koroneiki-Olivenöl extra. Selbsterzeugt heißt, dass die verwendeten Koroneiki-Oliven zum einen ausschließlich an eigenen biozertifzierten Bäumen auf eigenem Land in Meligalas, Kalamata, Messenien, Griechenland wachsen und zum anderen, dass wir sie in schonender Handarbeit selbst ernten.

Die Olivenernte, die in der Region Messenien jedes Jahr im November und Dezember stattfindet, ist ein vielschichtiger, planungsaufwendiger und arbeitsintensiver Prozess. Zum Zeitpunkt der Ernte beginnen die Tage mit dem Aufgehen der Sonne und enden mit ihrem Untergehen.
Doch wann ist überhaupt der optimale Zeitpunkt für die Olivenernte? Über das gesamte Jahr hinweg wird der sich entwickelnde Reifegrad der Oliven beobachtet, um dann im Endergebnis den besten Geschmack des Olivenöls zu ermöglichen. Die Merkmale des Reifegrades einer Olive sind die Größe, die Oberflächenspannung und die Färbung. Die Farbentwicklung lässt in unserem Falle die jungen, grünen Früchte zu dunkel-violetten Oliven werden. Da Olivenbäume meist im Rhythmus von zwei Jahren stärker und schwächer Früchte tragen, wird als erstes eine Art Bestand aufgenommen: von wo nach wo arbeitet man sich an welchen stark Früchte tragenden Bäumen vor. Alsbald sich mit allen Olivenernte-Helfern auf einen Tagesplan verständigt wurde, wird damit begonnen die bis zu 50 Meter langen Netze unter den Bäumen auszubreiten. Diese feinmaschigen Netze fangen die herunter gefächerten Oliven auf und verhindern, dass sie einfach auf den Boden fallen.

Wir ernten die Oliven vom ersten bis zum letzten Sonnenstrahl.

eindruck-von-der-olivenernte

Wenn die Netze richtig platziert sind, werden die verschiedenen Arbeitsbereiche eingeteilt. Eine Person klettert in die Baumkronen der Oliven und sägt besonders stark treibende Äste aus dem Baum. Da die Olive, wie eben erwähnt, im Zwei-Jahres-Rhythmus Früchte trägt, kann man solche Äste bedenkenlos absägen. Sie würden zum einen zur nächsten Olivenernte eh schwach bis fast gar nicht tragen und wachsen zum anderen in zwei Jahren wieder nach. Sinnvollerweie erledigt man hier den korrekten Baumschnitt gleich mit. Ein solcher Schnitt gibt dem Olivenbaum die richtigen Wachstumssignale, belüftet ihn zusätzlich gut und ermöglicht einen maximalen Lichteinfall. Gerade den Lichteinfall benötigt der Baum, damit die Oliven den richtigen Reifegrad über das Jahr entwickeln und zum Erntezeitpunkt allen Anforderungen entsprechen.

Eine andere Person arbeitet an der sogenannten Rüttelmaschine. Dieses motorisierte Rüttelband dreht mit Gumminoppen versehene Rollen mit mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute und ist immens wichtig für die Olivenernte. Die bereits herausgesägten Äste werden von anderen Erntehelfer*innen um die positionierte Rüttelmaschine platziert, damit die dort arbeitende Person sich die Äste nehmen und sie über das Rüttelband streifen kann. Die Maschine streift, durch die sich immens schnell drehenden Noppenrollen, die Oliven aus dem Ast und ist somit eine zielführende Methode, um effektiv zu ernten. Wichtig ist dabei, dass die Rüttelmaschine auf den zuvor ausgelegten Netzen platziert wird, da sonst die Oliven auf den nicht mit Netzen bedeckten Boden fallen würden.

Die restlichen Erntehelfer*innen arbeiten mit den sogenannten Rechen in dem anstrengendsten Arbeitsbereich der Olivenernte. Bei diesen Rechen handelt es sich um bis zu vier Meter lange Kunststoffstäbe, die in einem Fünfzack enden. Mit diesem Rechen streifen die Erntehelfer*innen durch die Bäume und wedeln die Oliven auf den mit Netzen bedeckten Boden. Entgegen der eigentlichen Vorstellung werden Oliven nämlich selten gepflückt. Es gibt diese Rechen in unterschiedlichsten Längen – aus dem einfachen Grund, dass es größere und kleinere abzuerntende Bäume gibt und man manchmal sogar in die Baumkronen klettern muss, weil man sonst nicht alle Oliven abgeerntet bekommt.

Ist ein Olivenbaum vollständig abgeerntet, werden die, nun mit reichlich Oliven bedeckten, Netze zum nächsten Baum gezogen und dort ausgebreitet. Die Erntenetze bekommen allein durch die Tatsache, dass sich während der Olivenernte aus einem Baum mehrere Hundert Kilogramm Oliven ernten lassen, sehr schnell ein immenses Gewicht. Aus diesem Grund werden sie regelmäßig entleert. Doch bevor das geschieht, muss die Ausbeute gesäubert werden. Das bedeutet, dass die Oliven von kleineren Ästen, den meisten Blättern und anderem pflanzlichen Unrat getrennt werden. Hierfür wird mit normalen Harken gearbeitet. Ist das Netz “gesäubert”, werden die Oliven in Erntesäcke aus Leinen gefüllt. Diese Säcke können dann bis zu 65 Kilogramm/Stück wiegen.

Und auf geht es zum nächsten Baum! Wir ernten die Oliven vom ersten bis zum letzten Sonnenstrahl.

Die Rüttelmaschine gibt die geernteten Oliven in die Erntesäcke.

Die Handarbeit ist in unserem Falle der springende Punkt. OEL ist ein strengstens biozertifiziertes Produkt. Obwohl sich in dem eigentlichen Prädikat > BIO < mit der Zeit große Lücken gebildet haben, erfolgen all unsere Landpflege- und Ernteaufgaben in Handarbeit. Das Bekämpfen von Un- und Beikräutern, das Schneiden der Bäume, das Düngen der Böden, das Bemalen der Baumstämme mit Kalkfarbe und das eigentliche Ernten der Oliven wird bei OEL von Hand, als einzige zulässige Methode, bewerkstelligt.

Die industrialisierte Landwirtschaft betreibt auf Grund von Effizienzstreben während der Olivenernte, Wettbewerb, Zeitdruck, fallenden Preisen und immenser Kosten oft einen superintensiven Anbau und eine anschließende vollmaschinelle Ernte der Oliven. Ein superintensiver Anbau heißt, dass die Olivenbäume zur optimalen Nutzung der begrenzten Flächen dicht in Reih und Glied stehen und für die vollautomatisierte kostensparende Ernte durch gezieltes regelmäßiges Trimmen auf Buschgröße reduziert werden. Selbst die geschultesten Augen müssen bei dem Anblick dieser Haine mehrmals hinsehen, um in diesen homogenen Alleen Ansätze der eigentlichen Pracht, Kraft und Stärke der eigentlich so unterschiedlich wachsenden Olivenbäume zu erahnen.

olivenernte-jutesack

Ein dann folgender vollautomatischer Abbau während der Olivenernte wird durch sogenannte Stelzentraktoren bewerkstelligt. Diese Traktoren sind höher als die getrimmten Olivenbäume und fahren damit oberhalb der Baumkronen entlang. Sie packen mit den Greifarmen den Baum am Stamm und schütteln so die Oliven aus dem Baum. Parallel dazu fahren riesige Bürstenarme des Traktors durch den geschüttelten Baum und wedeln die übrigen Oliven aus den Ästen. Ein solches Ernten schadet dem Olivenbaum nachhaltig und bedingt andere, immer größer werdende Probleme wie z.B. das Vogelsterben.

Die Handarbeit ist in unserem Falle der springende Punkt. OEL ist ein strengstens biozertifiziertes Produkt. Obwohl sich in dem eigentlichen Prädikat »BIO« mit der Zeit große Lücken gebildet haben, erfolgen all unsere Landpflege- und Ernteaufgaben in Handarbeit.

Am Ende eines Tages, während der oft wochenlangen Olivenernte, werden die in Säcke umgefüllten Oliven von gemeinschaftlich organisierten Traktoren abgeholt, gezählt, verladen und zur Ölmühle gebracht. In der Ölmühle werden die Olivensäcke – so man denn schon an der Reihe ist mit seiner Tagesernte – in einen im Boden eingelassenen Trichter entleert. Dieser Trichter dosiert in regelmäßigen Abständen die Menge an Oliven, die dann über eine Förderanlage in die Waschstraße gefahren werden. Dort werden die Oliven feingesiebt, von übrigen Ästen und Blättern getrennt und gleichzeitig gewaschen – während die erschöpften, ungewaschenen Erntehelfer*innen nach einem harten Tag bei der Olivenernte stolz auf ihren erarbeiteten Ertrag schauen.

Nach der Waschstraße kommen die Oliven, unter Zugabe von kaltem Wasser, in die Maischebehälter. Ein rotierendes Schneideblatt dreht in diesen Behältern die Oliven zum sogenannten Maischebrei. Wenn die Olivenmaische fertig gedreht ist, kommt sie entweder in die Presse oder, wie in unserem Fall, in die Zentrifuge. Hier entscheidet sich, ob ein Olivenöl in der Herstellung kaltgepresst oder kaltextrahiert ist. Die Presse presst und die Zentrifuge extrahiert. Unser Olivenöl wird bei mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute in der Zentrifuge extrahiert und anschließend UV- und temperaturisolierend abgefüllt. Die Zentrifuge ist nachweislich die schonendste Methode, um Oliven nach der Ernte zu verarbeiten.

Wichtig: Die gesamte Verarbeitungsanlage muss während der Produktion mit zusätzlichem Wasser gekühlt werden. Die Temperatur eines Olivenöls darf während seiner Erzeugung niemals 27 Grad übersteigen. Das ist wichtig, um die Inhaltsstoffe zu schützen und das Olivenöl als “kaltgepresst” oder “kaltextrahiert” und damit “nativ extra” bezeichnen zu dürfen.

olivenernte-kalamata

Bei der Olivenverarbeitung dreht sich alles um den Reifegrad, den Geschmack und den Schutz der Olive samt ihrer Inhaltsstoffe. Nach der Ernte ist Zeit der entscheidende Faktor: denn für den Erhalt des inhaltsstofflichen Reichtums der Olive ist es wichtig, dass aus den abgeernteten Oliven binnen weniger Stunden Öl erzeugt wird. Die Oliven drohen sonst zu oxidieren oder in den immens schweren Erntesäcken kaputtzugehen.

Ein weiterer Faktor, der sowohl bei der Olivenernte, als auch bei der Herstellung des Olivenöls maßgebend ist, ist das Vermeiden von Verunreinigungen. Verunreinigungen können all die vorangegangenen beschriebenen Mühen zunichte machen und sowohl in chemischen als auch sensorischen Analysen nachgewiesen werden. Verunreinigungen können entstehen durch:

  • das falsche Erntematerialien - Nylonsäcke anstatt Leinensäcke
  • beim Verwenden von Maschinen, insbesondere alter Maschinen
  • durch falsche Dünge- oder Unkrautmittel
  • mangelnde oder falsche Reinigung der Verarbeitungsanlagen während der Produktion

Aus Vorsicht vor sich schnell einschleichenden Verunreinigungen verwenden wir für die Ernte und Verarbeitung ausschließlich nachhaltiges Material, ernten alles in Handarbeit und setzen auf unseren Produktionspartner samt seiner hochmodernen Verarbeitungsanlage.

OEL fließt aus der Filteranlage in der Ölmühle.